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Nicht meckern, handeln! – Meine 6 Gründe, WhatsApp zu ersetzen & Bier für Wechsler

einen Teil meines heutigen Samstags möchte ich dazu nutzen, ein kurzes Statement zum Thema mobile Messenger loszuwerden, da mir diesbezüglich mittlerweile so Einiges unter den Nägeln brennt.

Meine zentrale Frage bei diesem Thema ist, warum wir zwar viel und zum Teil harsche Kritik an großen IT-Unternehmen wie WhatsApp, Facebook oder Google äußern und dieser Kritik dann keine Taten folgen lassen. Ist es eine bewusste Entscheidung für Funktionalität oder eher Bequemlichkeit und Resignation vor der angeblich wechselunwilligen Masse der anderen?

Das Beispiel WhatsApp macht es zur Zeit wieder einmal mehr als deutlich, wie dieser Mechanismus funktioniert und wie wir alle dazu beitragen, dass er funktioniert. Am Anfang steht stets ein attraktives, weil schlichtes und funktionales Portal, das sich stetig weiterentwickelt und so eine Vielzahl von Nutzern anlockt. WhatsApp hat seit seiner Gründung im Jahr 2009 mit seiner Funktionalität und Gestaltung definitiv einen Nerv der Nutzer getroffen, hob sich nicht zuletzt aufgrund des Konzepts der Werbefreiheit angenehm von ebenfalls funktionalen Konkurrenten ab und leitete eine völlig neue Dimension der einfachen Kommunikationsmöglichkeiten ein. Ohne größere Kosten konnten wir Freunde schnell erreichen und nicht nur Text, sondern auch Fotos und andere Inhalte unterwegs verschicken und durch die Gruppenfunktion schnell die Freundestruppe, die Familie, den Verein oder gar die ganze Schulklasse erreichen.

Erst in einer späteren Phase nehmen sich meist einige kritische Geister die Zeit, solche Dienste genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Entwickler von WhatsApp ließen wenig unversucht, um den Nutzeransturm im Zaum zu halten und potenzielle Nutzer zu vergraulen: Bereits im Mai 2011 wurde eine Sicherheitslücke entdeckt, die das Übernehmen der Benutzerkonten durch Unbefugte ermöglichte. Konversationen wurden noch bis August 2012 unverschlüsselt in Klartext versendet und konnten durch Unbefugte mitgelesen werden. Neben diversen weiteren eklatanten Sicherheitsmängeln der App stand das Unternehmen auch wegen der ungefragten, unverschlüsselten automatischen Übertragung sämtlicher im Telefon gespeicherten Telefonnummern an den Whatsapp-Server in der Kritik. Man hätte meinen können, dass spätestens mit der Übernahme des Dienstes durch Facebook für 19 Mrd. USD Anfang 2014 und dem einsetzenden Entrüstungssturm der Medien WhatsApp endgültig seine Nutzer vergrault und anderen Messengern in die Hände gespielt hätte. Facebook – ein Unternehmen das bereits ein Monopol entwickelt hat, wohl neben der NSA und Google eine der größten Datensammelmaschinerien der Welt ist und das Datenschutz und unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung trotz internationaler Kritik beharrlich mit Füßen tritt (eine gute Übersicht der unzähligen Kritikpunkte an Facebook findet sich unter https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_an_Facebook). Tatsächlich passiert jedoch meinem Eindruck nach wie so häufig das Gleiche – breite öffentliche Kritik, Vorstellung und Entwicklung weiterer Messenger-Alternativen, die im Ergebnis keinen konkurrenzfähigen Zulauf bekommen und allgemeine Resignation und Akzeptanz der Quasi-Monopolstellung. Allein in Deutschland gibt es wohl Stand Januar 2014 mehr als 30 Millionen aktive Nutzer.

Ist es das wirklich wert? Wollen wir dabei zuschauen, wie sich bei vernetzenden Diensten nicht das beste Unternehmen durchsetzt, sondern dasjenige, das am cleversten den größten Nutzerpool gesammelt und sich dann knallhart gegen unsere Interessen durchsetzt? Warum soll hier nicht dem besten Dienst der Vorzug vor dem größten gegeben werden? Dass nicht jeder gewillt ist, sich ein anderes soziales Netzwerk als Facebook zu suchen, kann ich noch gut verstehen. Schließlich ist der Umstieg dort ungleich schwieriger und die Alternativen stehen in Funktionalität häufig noch deutlich zurück. Die Installation einer anderen Messenger-App ist dagegen schnell erledigt, zumal seit kurzem im google Play Store die Bezahlung per Paypal möglich ist und so auch kostenpflichtige Apps ohne Kreditkarte bezahlt werden können. Der Monopol-Mechanismus hat bei vielen anderen Diensten bereits tadellos funktioniert, z.B. Google oder mit Einschränkungen auch mitfahrgelegenheit.de.

Ich schaue mir das nicht mehr länger mit an und wechsle zu Threema, dem Messenger, der meiner Ansicht nach derzeit das größte Potenzial hat.

 

Meine 6 Gründe für den Wechsel:

  1. WhatsApp gehört zu Facebook, DEM Datensammler und Datenschutzverhinderer weltweit.
  2. WhatsApp hat deshalb ein unbändiges kommerzielles Interesse an der Nutzung sämtlicher durch den Dienst erlangbarer Informationen, vor allem für die weitere Nutzung mit Facebook.
  3. WhatsApp ist unsicherer als andere Messenger, da keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angeboten wird.
  4. Es gibt gute, günstige Alternativen.
  5. Mein Profilfoto und meine Statusmeldungen möchte ich nicht zur Werbezwecken auf irgendwelchen Leinwänden verbreitet wissen (entsprechende Rechte lässt sich WhatsApp allerdings einräumen).
  6. Ich möchte nicht zulassen, dass sich derartige Dienst-Monopole festigen, die sich für uns Nutzer so offensichlich negativ auswirken wie bei WhatsApp und Facebook.

Wer von den Kontakten in meinem Telefon ab heute zu Threema oder TextSecure wechselt, dem spendiere ich ein Bier, aber nur so lange der Vorrat reicht.

 

That’s all folks.

Mozilla Persona als Login-System im Internet

Seid ihr es auch leid, für jedes Online-Portal, jeden Internet-Shop, jedes Forum, jeden Blog und jeden sonstigen Dienst einen neuen Account erstellen zu müssen? Muss das in der heutigen Zeit unzähliger technischer Möglichkeiten und findiger Programmierer noch sein?

Da ich mich momentan wieder einmal recht viel zum Thema nützlicher open-source-Software belese und diese teste, war ich heute auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich mit einem Account bei verschiedenen Internet-Diensten gleichzeitig zu authentifizieren.

Login-Services der „Großen“

Als erstes kam mir der schon häufiger gesehene Facebook-Login („mit Facebook anmelden“, sog. Facebook Connect) in den Sinn. Ähnliche Möglichkeiten bieten seit einiger Zeit google, twitter und andere sowie mittlerweile auch amazon. Da ein Klick auf diese Buttons jedoch stets zu Servern von Unternehmen führt, die versucht sein könnten, die mitgeteilten Shop-Besuche in welcher Weise auch immer für sich auszuwerten, kann ich mich mit dieser Variante kaum anfreunden. Gerade google und besonders facebook sind bekanntlich stets begierig auf möglichst umfangreiche Datensammlungen. Das möchte ich auf keinen Fall unterstützen, da ich quasi-Datenmonopole für sehr gefährlich halte.

OpenID

Zweitens stieß ich auf OpenID – wikipedia:

OpenID (englisch für offene Identifikation) ist ein dezentralesAuthentifizierungssystem für webbasierte Dienste. Es erlaubt einem Benutzer, der sich bei seinem sogenannten OpenID-Provider einmal mit Benutzername und Kennwort angemeldet hat, sich nur mit Hilfe der sogenannten OpenID (einer URL, in diesem Kontext auch Identifier genannt) ohne Benutzername und Passwort bei allen das System unterstützenden Websites, den sog. Relying Parties, anzumelden. OpenID ist dezentral angelegt und setzt das Konzept der URL-basierten Identität um.

Auf der Suche nach OpenID-Providern stellte ich fest, dass abseits der genannten großen Portale, die bis auf Facebook meistens auch auf OpenID zum externen Login setzen (z.B. twitter, flickr, tumblr, yahoo, linkedin) mittlerweile so einige Dienste eingestellt sind bzw. werden (myON-ID, chi.mp, claimid, myopenid) und merkte auch, dass es um die Verbreitung von OpenID-Login-Möglichkeiten nicht allzu rosig steht. Selbst große internetaffine Portale wie sourceforge.net oder heise.de unterstützen eine Anmeldung via OpenID augenscheinlich nicht mehr. Die Aussicht auf einen kleinen OpenID-Provider zu setzen, der womöglich nach einigen Jahren eingestellt wird, erscheint mir wenig erquicklich.

Mozilla Persona

Drittens stieß ich auf die Mozilla-Entwicklung Persona.
mozilla.org:

„Mozilla Persona ist ein browserunabhängiges Login-System für das Web, das einfach zu verwenden und einfach einzusetzen ist. Es funktioniert mit allen wichtigen Browsern und du kannst noch heute beginnen.

[…]

Persona ist einfach zu implementieren. Entwickler können Persona zu einer Website in einem einzigen Nachmittag hinzufügen.

Das Beste von allem, es gibt keinen Log-in. Entwickler erhalten eine verifizierte E-Mail-Adresse für alle ihre Benutzer und Benutzer können eine beliebige E-Mail-Adresse mit Persona verwenden.

Und Persona wird stetig besser: Es basiert auf einem offenen, dezentralisierten Protokoll, das dafür ausgelegt ist, eine direkte Integration in Browser und native Unterstützung von E-Mail-Providern zu erlauben. Webseiten die Persona heute implementieren werden diese Verbesserungen automatisch in Erfahrung bringen, ohne irgendeinen Code ändern zu müssen.“

Im Gegensatz zu OpenID beruht Persona also auf der Authentifizierung mit einer Mailadresse anstatt einer ID-URL. Auch sei der Identitätsanbieter nicht in die Login-Transaktion involviert, so dass ein höherer Schutz der Privatsphäre des Nutzers gewährleistet wird.

Mit wenigen Klicks habe ich einen Persona-Account bei Mozilla erstellt und eine meiner Mailadressen dort registriert. Weitere wären ohne Probleme möglich.

Ich wählte ein sicheres Passwort und bestätigte wie üblich meine Mailadresse über einen Aktivierungslink. Ab jetzt kann ich mich mit dem gewählten Passwort überall anmelden, wenn die Webseite Persona-Login anbietet. Der Einbau in Webseiten soll recht einfach sein.

Für WordPress-Blogs ist es mit dem Persona-Plugin BrowserID in 5 Minuten erledigt und bequem anpassbar. Als netter Nebeneffekt kann so Spam bekämpft werden, da Spambots in der Regel keinen Persona-Account

haben dürften (vgl. Beitrag von Sören Hentzschel).

Fazit:

Wer einen Authentifizierungsdienst für Internetseiten sucht und den großen Unternehmen kein Vertrauen schenken möchte, der findet in Mozilla Persona eine charmante Alternative. Als gemeinnützige Organisation hat sie kein Interesse an wirtschaftlicher Verwertung etwaiger Daten und gleichzeitig so viel Gewicht, dass sich der Service im Netz durchsetzen könnte. Wir dürfen gespannt sein, wie Administratoren und Nutzer reagieren.

Ausführlicher Vergleich von Mitfahrportalen

Der jüngsten Fauxpas von mitfahrgelegenheit.de, unverschämte 11% Vermittlungsgebühr pro Mitfahrer zu verlangen, hat sich mittlerweile ja rumgesprochen. Blogs und diverse größere und kleinere Zeitungen berichteten und spekulierten über die Ursachen und Folgen, vgl. etwa Michael Müllers Beitrag in  seinem Blog auf basicthinking.de. Die Entwicklung habe ich wie viele andere bereits zum Anlass genommen, meinen Account auf mitfahrgelegenheit.de zu löschen. Oft werden bei der Berichterstattung einige Alternativportale genannt, ohne dass der Leser ausführlichere Informationen zu diesen Portalen erhält. Welche Funktionen und Vorteile hat welches Portal? Wie viele Mitglieder treiben sich dort herum? Ist dessen bisherige Entwicklung vielversprechend?

Ich möchte ergründen, welches Portal am ehesten das Zeug hat, die Nachfolge von mitfahrgelegenheit.de anzutreten.  Hierzu habe ich in vielen Stunden Arbeit eine Tabelle zum Vergleich einiger Mitfahrportale erstellt. Welche Kriterien und Funktionen ich abgefragt habe, könnt ihr in der Tabelle sehen. Bei der Gewichtung floss natürlich meine persönliche Meinung ein. Funktionalität habe ich am stärksten gewichtet, aber auch mir wichtige Punkte wie Datenschutz und Transparenz der Entwicklung einfließen lassen. Falls einige Informationen veraltet oder falsch sind oder ihr weitere Informationen, etwa zu den Nutzerzahlen beizutragen habt, freue ich mich über eure Mitteilung per Kommentar. Ich werde sie dann (bis zu einem gewissen Detailgrad) ergänzen.

Wenn bei „Finanzierung“ ein Fragezeichen steht, ich also weder Werbung noch Spendenmöglichkeiten entdecken konnte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass früher oder später eine Gebührenpflicht eingeführt wird. Für blablacar habe ich soeben gelesen, dass für deren französische Seite bereits Gebühren erhoben werden. Dort dürfte es nur eine Frage der Zeit sein bis sie das auch auf das deutsche Portal ausdehnen.

Hoffentlich kann ich damit dem einen oder anderen ein wenig Hilfestellung bei der Auswahl der für ihn/sie persönlich besten Alternative leisten.

Die Tabelle könnt ihr gerne unter Angabe der Quelle verbreiten.

Mitfahrportale-2013-05

Hier das Ganze noch als pdf-Datei: Mitfahrportale 2013-05 (70 KB)

Letzte Aktualisierung der Übersicht: 2.5.2013

Gravatar – dein Bild in Blogs

Letztens habe ich vergeblich nach einer Möglichkeit gesucht, für meinen Account hier im Blog ein Avatar-Bild Standard-Avatareinzustellen.  Eine solche Funktion ist allerdings hier nicht implementiert, obwohl die Platzhalterbildchen neben den Kommentaren darauf hinzudeuten scheinen.

Nach kurzem Quälen der Suchmaschine bin ich dann auf http://de.gravatar.com gestoßen. Weiterlesen

StudiVZ Buschfunk mehr als verbuggt

Momentan ruft der Buschfunk im hiesigen StudiVZ bei mir nur noch Frustration hervor. Damit, dass sich das Fenster mit den Funksprüchen, Foto-Aktualisierungen und neuen Freundschaften im Hauptfenster nur langsam aufbaut, konnte ich bisher ganz gut leben.

Nunmehr tritt jedoch beständig der Fehler auf, dass Funksprüche, die ich bereits einmal gelesen habe, plötzlich nicht mehr auftauchen und dafür ältere Meldungen meiner Freunde zu sehen sind. Grundsätzlich könnte dieser Effekt natürlich auf eine Löschung durch den Ersteller zurückzuführen sein. Allerdings würden dann die betreffenden Funksprüche nicht sporadisch wieder auftauchen nur um dann erneut zu verschwinden.

Hinzu kommt, dass ich mittlerweile selbst meine eigenen Meldungen bereits direkt nach der Eingabe – das dann wieder konsequent – gar nicht mehr zu Gesicht bekomme. Beide Fehler zusammengenommen machen den Buschfunk, da er unvollständig und unkonsistent ist, äußerst unzuverlässlich und damit momentan nahezu unbrauchbar. Dieses Problem tritt anscheinend bei der Vollansicht des Buschfunks, welche an der oberen rechten Ecke des Fensters über den „Maximieren-Button“ erreichbar ist, nicht auf. Daher ist es mir auch unerklärlich, warum sich ein solcher Bug (übrigens nicht nur bei mir) über eine Vielzahl von Tagen halten kann.

Bleibt nur eins: Abwarten und Tee trinken und so lange andere Informations-Kanäle benutzen…

Wen der Buschfunk einfach nur noch nervt, der kann diesen mittlerweile über dessen Einstellungen ausschalten, sodass der aufwendigere Weg über ein Greasemonkey-Skript nicht mehr notwendig ist.

PS: Böse Zungen könnten behaupten, der selektiv verbuggte Buschfunk sei auch eine neue Art der Zensur…

[Update 19.09.]Momentan scheint der Buschfunk wieder besser zu laufen, ich werde das beobachten…[/Update]

Fehler, die keine sind…

Nunmehr fühle ich mich doch dazu animiert, eine kleine Anekdote über meine kürzliche Begegnung mit dem Yahoo-Support zum Besten zu geben.

Als langjähriger Inhaber eines Yahoo-Mail-Accounts bin ich seit eh und jeh immer sehr zufrieden gewesen. Die kostenlose, werbefinanazierte Bereitstellung eines Mail-Accounts der Größe von mittlerweile 1 GB und einem Funktionsumfang, der sich nicht zu verstecken braucht, verdient auch aufgrund der nahezu störungsfreien Funktion über mehrere Jahre hinweg mein Lob und Anerkennung! Dem Spam (= unerwünschte E-Mail-Werbung) hat Yahoo wie viele andere Anbieter den Kampf angesagt. Möglich ist zum Beispiel die Einrichtung von Wegwerf-Mailadressen zur Anmeldung bei diversen Web-Services. Wird an eine solche Wegwerfadresse zu viel Spam versandt, kann man den Empfang von dieser Adresse einfach und komfortabel einstellen.

Daneben bietet Yahoo die Möglichkeit, Blacklists zu erstellen, d.h. dass dort vermerkte Mailadressen gar nicht erst in den Posteingang gelangen und bereits serverseitig gefiltert werden. Das hat vor allem den Vorteil, dass diese Mails nicht mehr heruntergeladen und lokal gefiltert werden müssen. Je nach Einstellung des Mailprogramms beinhaltet letzteres die Gefahr, bei Aufruf der Nachricht externe Inhalte (z.B. versteckte Grafiken) nachzuladen und so den Spam-Versender vom Erfolg der Mailzustellung zu informieren (was natürlich weiteren, hartnäckigen Spam zur Folge haben wird).

Aus diesem Grund wird die Blacklist von mir natürlich exzessiv genutzt. Leider tauchte bei mir der Fehler auf, dass ich zwar bis zu 500 einzelne Mailadressen speichern kann, jedoch keine vollständige Domain (etwa „geld.de“). Die Hilfe und die Optionen weisen diese Möglichkeit allerdings explizit auf und erklären deren Funktionsweise! Ein Eintragen und Speichern einer ganzen Domain führte nur zu folgender lapidarer Meldung des Yahoo-Webinterfaces: „Es ist ein Fehler aufgetreten.“ — Danke für diese aufschlussreiche Meldung. ^^

Auf Anfrage beim Support unter genauer Schilderung des Problems inclusive Screenshots erhielt ich folgende Antwort:

[...] Es tut mir Leid, aber die von Ihnen angefragte Option, eine Domain zu
blockieren, steht derzeit leider noch nicht zur Verfügung. Wir danken
Ihnen fuer Ihre Nachfrage und es dadurch vorzuschlagen.

Es ist durchaus möglich, daß besagte Option in einer zukünftigen Version
des Yahoo! Mail zur Verfügung steht. Mithilfe der Kommentare und des
Feedbacks unserer Nutzer können wir unseren Service kontinuierlich
verbessern. Wir lassen uns ständig etwas neues einfallen, und viele
unserer Verbesserungen wurden von Nutzern wie Ihnen vorgeschlagen. Sie
können unsere neuesten Optionen ansehen, indem Sie hier klicken:

   http://yahooblog.de/

Bitte zögern Sie nicht uns noch mehr Feedback zu geben und Vorschläge zu
machen. Sie werden alle an unser Entwicklungsteam zur Überprüfung weiter
geleitet.[...]

Nachdem ich mir bei dem auf die Mail folgenden *MEGAROFL* in meinem schmalen Zimmer diverse blaue Flecke geholt habe (für die ausschließlich Yahoo verantwortlich ist!), wich die ausgelassene Freude schlichtem Entsetzen…

Liebes Yahoo-Team, ist das wirklich euer Ernst? Wollt ihr mir erzählen, dass ihr eine Funktion, welche zum Standard eines jeden E-Mail-Servers gehört und die meine kleine Schwester nach ein wenig Einweisung trotz nur rudimentär vorhandener IT-Kenntnisse selbst programmieren bzw. installieren könnte, zwar vorgesehen, aber noch nicht eingebaut habt? Dass ihr diese Funktion in der grafischen Oberfläche und der Hilfe dann bereits als vorhanden anzeigt und eine Fehlermeldung ausgegeben wird, wie sie aufgrund ihrer nicht vorhandenen Aussagekraft in einem Buch wie „Programmieren für Dummies“ unter den Todsünden gleich nach mangelnder Kommentierung ganz oben steht?

Leute, Leute … also DAS hätte ich wirklich nicht von euch gedacht…

So jedenfalls dämmen wir die Versendung unerwünschter Werbemails, welche die Weltwirtschaft jährlich Millarden kostet, mit Sicherheit nicht ein.

Tool zur Batch-Installation von RoM-Patches

Als Freund des kostenlosen Massive Multiplayer Online Role Play Games (kurz: MMORPG) Runes of Magic (RoM) hatte ich in letzter Zeit einige Neuinstallationen des Spiels zu bewältigen.

Dabei bietet es sich an, die Patches nach der erhältlichen Version des Spiels nicht über die integrierte automatische Updatefunktion zu installieren, sondern sie gesondert einzeln von anderen Servern herunterzuladen. So wird einerseits eine erheblich höhere Downloadrate erreicht, andererseits liegen die Patches dann offline vor und können bei weiteren Installationen benutzt werden, ohne dass ein erneuter Download erforderlich ist.

Die Webseite von Christian Land stellt übrigens übersichtlich und automatisch die MD5-Prüfsummen zu den jeweiligen Patchdateien bereit. Beides findet ihr natürlich auch im Thread von Pipury im offiziellen RoM-Forum. Zur Berechnung und zum Vergleich der Prüfsummen empfehle ich die Freeware DPASHA von Dirk Paehl (momentan in der Version 1.99), welche einen direkten Vergleich der Prüfsummen über die Zwischenablage realisiert.

Leider dauert die Installation der aktuell knapp 30 Patches  für sich genommen noch lange genug. Besonders nervte mich dabei, dass man ständig vor dem Rechner sitzen musste, um die unterschiedlich großen Patches nacheinander zu starten. Daher habe ich ein kleines Batch-Programm geschrieben, das diese Aufgabe automatisch übernimmt. Kopiert es einfach zusammen mit den Patches in euer RoM-Installationsverzeichnis und gebt im Programm selbst eure aktuelle RoM-Version an. Kontrolliert bitte vorher unbedingt die Prüfsummen der Patchdateien, um deren Vollständigkeit sicherzustellen.

RoMBatch 1.2

Das Programm sucht dann anhand der Dateinamen automatisch den passenden Patch dazu und installiert – soweit vorhanden – die folgenden. Getestet habe ich das Programm unter Windows XP. Für Hinweise in Bezug auf andere System bin ich natürlich dankbar.

EDIT:

Ich habe mein Programm noch etwas erweitert – es kann nun auch automatisch die Prüfsummen kontrollieren. Hierzu benötigt man zusätzlich das Kommandozeilen-Tool fsum (Freeware) und die md5_patches.txt aus dem Thread von Pipury. RoM Patchinstallation.bat, fsum.exe, md5_patches.txt und die entsprechenden Patches ins RoM-Installationsverzeichnis packen und los geht’s ohne lästige Handarbeit.

Boykott bringt Ubisoft zur Einsicht

Das andauernde Boykott von Ubisofts Neuerscheinung Anno 1404 durch PC-Spieler hat den Publisher augenscheinlich zu einem Einlenken bewegt: Eine Online-Aktivierung ist ab Patch 1.1 nicht mehr notwendig.

Ubisoft hatte den nunmehr vierten Teil der beliebten Anno-Reihe mit dem Kopierschutz TAGES versehen, um einer unerlaubten Vervielfältigung und Verbreitung vorzubeugen. Um das Spiel nach der Installation starten zu können, verlangt dieser zunächst eine Online-Aktivierung. Dabei muss der persönliche Installations-Keycode, der auf dem Handbuch abgedruckt ist, eingegeben werden. Das Programm berechnet dann über einen Hash-Wert der PC-Konfiguration einen Aktivierungscode, überträgt diesen an den Aktivierungsserver von Ubisoft und aktiviert bei erfolgreicher Verifizierung das Spiel.

Kritik erntete das Unternehmen von der Spielergemeinschaft und von Spielezeitschriften vor allem für die Beschränkung auf 3 Aktivierungs-Tokens. Grundsätzlich durfte der Käufer von Anno 1404 das Spiel zwar 3 Mal installieren (sogar auf verschiedenen Rechnern gleichzeitig), allerdings machte bereits der Austausch wichtiger Hardware-Komponenten eine erneute Aktivierung unter Verlust eines Tokens notwendig. Auch wenn die Online-Aktivierung immerhin zur Folge hatte, dass das Spiel seinen Dienst ohne DVD verrichtete, so erhält der Käufer doch nur eine äußerst eingeschränkte Nutzungslizenz. Wer seine Hardware häufiger wechselt, hat seine Aktivierungs-Tokens schnell verbraucht und kann das Spiel, das er womöglich teuer gekauft hat im Prinzip wegschmeißen. Ebenso wird dadurch ein Weiterverkauf des Spiels verhindert, da die Tokens verbraucht sind und eine erneute Installation damit nicht möglich ist. Den Spielern bei Verbrauch der Codes weitere gegebenenfalls über den Support zur Verfügung zu stellen, klingt mehr als unehrlich und macht den Käufer letztlich vom guten Willen des Herstellers abhängig, der im Einzelfall entscheiden will, ob er weitere Aktivierungs-Tokens herausgibt.

Später ließ Ubisoft im Deutschen Supportforum verlauten, dass die zuerst begrenzte Anzahl von Aktivierungen „nach einer bestimmten Zeit automatisch zurückgesetzt wird (1 zusätzliche Aktivierung / Monat), so dass der Großteil der Spieler überhaupt kein Problem damit haben sollte“. Diese Äußerung klingt mehr als wage.

Die kleinen Vorteile und Ausnahmeregelungen konnten dem Unmut der Spieler jedoch schon längst nicht mehr Einhalt gebieten. Im Netz machten sie ihrem Ärger Luft und beglückten das spielerisch hervorragend bewertete Anno 1404 unter anderem auf Amazon mit fast durchweg negativen Bewertungen (teilweise bereits vor Erscheinen), was sich in den Verkaufszahlen deutlich bemerkbar gemacht haben dürfte. Wie viele andere sah auch ich aufgrund der brutal eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit vom Kauf des Spiels ab. Eine solche Gängelung der ehrlichen Käufer wollen sich viele Spieler zu Recht nicht gefallen lassen, während die Nutzer illegal beschaffter Kopien dagegen womöglich weder DVD noch Aktivierung benötigten.

Doch nun hat das breite negative Echo der Spieler Ubisoft augenscheinlich zum Umdenken gebracht. Fast etwas kleinlaut und ohne größere News-Meldung gibt der Publisher in seinem DRM-FAQ sowie in oben genanntem Foren-Beitrag bekannt, dass eine Online-Aktivierung nicht mehr notwendig ist, wenn man sofort den Patch 1.1 installiert, ohne zuvor das Spiel zu starten. Eine Begründung oder sonst einige begleitende Worte? Fehlanzeige. Nun gut – werten wir die Meldung mal in etwa so, dass sie im Verlauf des Supports auf diverse Schwierigkeiten gestoßen sind (etwa BIOS-Update & Verkleinerung der Systempartition, die auch eine erneute Aktivierung notwendig machten) und durch die schlechten Bewertungen eine nachhaltige Beeinträchtigung der Verkaufszahlen fürchten, wofür sie sich bei allen Spielern entschuldigen möchten. ^^

Meiner Meinung nach ist das der einzig richtige Schritt. Liebe Publisher, gebt den Spielern kein Produkt in die Hand, das er wegen nahezu zufälliger Umstände nicht mehr benutzen kann und macht die Weiternutzung dann von eurem Gutdünken abhängig! Bekämpfung illegaler Kopien ja, aber bitte verhältnismäßig. Einen absoluten Schutz gibt es ohnehin nicht, jeder Mechanismus kann geknackt werden.

Ich jedenfalls nehme die versteckte Entschuldigung an, sodass einem Kauf des Spiels nun nichts mehr entgegensteht. Hoffentlich nehmen sich andere Hersteller daran ein Beispiel, damit etwa ein Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 auch den Weg in meine Spieleschrank finden kann.