Buslinie 259: Weit hinaus – und spät zurück! (Update)

Die Vorgeschichte:
Ich muss jeden Tag von der Koppenstraße nach Lindenberg ins Gewerbegebiet und abends wieder zurück nach Hause.

„Buslinie 259: Weit hinaus“, so tönt die Broschüre „Schnell und einfach unterwegs in Buch / Französisch Buchholz, Bus 251, 259, 351 und 353“ der BVG.

Und weiter heißt es „Optimierte Verbindungen zwischen Weißensee über Buch nach Französisch Buchholz. Um schnellere Verbindungen und kürzere Fahrzeiten zwischen Weißensee und Französisch Buchholz zu ermöglichen, wird die Linie 259 verlängert. Die Linie war bisher zwischen Weißensee und dem S-Bahnhof Buch unterwegs.“

Also gab es Änderungen im Fahrplan – scheinbar im Austausch für Verbesserungen von ÖPNV-Nutzern in Buch. Klingt ja soweit gut. Verändert wurde dazu die Taktplazierung des stündlich über Malchow hinausfahrenden Verbindung. Der Bus fährt jetzt jede Stunde 20 Minuten früher. Das diese Veränderung mir persönlich überhaupt nicht passt, war halt PP (persönliches Pech). Warum passte es nicht: Meine Arbeitszeit beginnt um 8 oder um 9 im Gewerbegebiet bei Lindenberg. Durch die Fahrplanänderung trifft der Bus nun jeweils zur Minute 15 in Lindenberg (Bernauer Straße) ein. Statt bislang Minute 35. Also 20 Minuten früher aufstehen für nichts, da früher gehen daraus nicht resultiert. Naja, was solls – man kann nicht alles haben. Wenigstens ist der Bus in der Rückrichtung weiterhin zur Minute 25 eingeplant. Was halbwegs zu einem Arbeitsende zur vollen Stunde passt.

Doch leider war irgendein verantwortlicher Fahrplanplaner vorsichtig formuliert „unfähig“ oder jemand weiter „oben“ unwillig, realistische Rahmenbedingungen zu erlauben. Was ist passiert? Seit dem 1. Mai kam nicht ein einziger (der 17:25 bzw. 18:25 vorgesehenen) Busse mit dem ich fahren wollte pünktlich. Zu meinem Glück fahre ich wenn das Wetter mitspielt mit dem Fahrrad 5,5 km bis Wartenberg, wo sich ein 10-Minuten-Takt anbietet. An 5 Tagen jedoch bin ich Bus gefahren. Und durfte Verspätungen zwischen 10 und 25 Minuten erleben. Heute erneut. Da ich eher zur zurückhaltenden Fraktion gehöre und Konflikte eher nicht suche, habe ich bislang noch keinen Busfahrer auf das Thema angesprochen. Aber eine junge Mutter, welche in Malchow nach eigener Aussage auf ca. 40 Minuten Wartezeit kam, hatte diese Hemmungen nicht und hakte (freundlich!) nach. Und dabei kam mir folgendes zu Ohren: Die Busse des 259 haben in Buch die grandiose Wendezeit von 2 Minuten!!! Warum ist das so schlimm? Jeder, der auf der B2 zu Berufsverkehrszeiten schon einmal durch Malchow gefahren ist, kennt die Antwort: Dauerstau. Morgens stadteinwärts, abends stadtauswärts. Und bei besonderen Vorkommnissen auch in der Gegenrichtung.

Durch dieses Hindernis müssen natürlich auch die Busse. Und damit komme ich zum Stichwort „unfähig“. Wenn also alle Busse in der jeweiligen Staurichtung jeden Tag Verspätung einsammeln, kommt es natürlich für einen stabilen Fahrplan darauf an, dass genug Zeit zwischen den Umläufen zur Verfügung steht. Zwei Minuten fallen definitiv nicht unter diese Anforderung. Also werden die Verspätungen weitergehen. Jeden Tag. Klasse! Super gemacht! Bitte seht davon ab, uns mit weiteren „Optimierten Verbindungen“ zu beglücken! Oder lobt euch wenigstens nicht dafür. Den Fahrgästen in Buch nutzen Busse mit reichlich Verspätung wahrscheinlich auch nicht gerade viel.

Wenn es schon sein muss, dann verschiebt doch bitte den stadteinwärts fahrenden 259 um 20 Minuten nach hinten. Um die Zeit fährt er derzeit ohnehin. Wirtschaftlicher wirds dann auch wieder – heute ist der nächste 20 Minuten Takt (diese Busse starten in Malchow) unserem 259er komplett leer hinterhergefahren – sinnfrei. Aber wichtig wäre vor allem, dass der Fahrplan wieder halbwegs verlässlich wird. Denn zur Zeit bleibt den Fahrgästen gar nichts anderes übrig, als zur normalen Abfahrtszeit an der Haltestelle zu stehen. Und somit, wenn man halt zehn Minuten vorher da ist, 30 Minuten zu warten. Solange es noch warm draußen ist, bringt das noch niemanden um. Im Winter dagegen 5x die Woche 30 Minuten in der Kälte stehen kann definitiv auf die Gesundheit gehen, zumal ein guter Teil der verbliebenen Lindenberger Fahrgäste ältere Menschen sind.

Auch wenn die Optimierung dann insgesamt meinen Arbeitstag erfolgreich um 40 Minuten verlängert hätte. Also doch sparen fürs Auto. *grummel*

Das trifft übrigens bei Berufstätigen nicht nur mich. Allein bei meinem Brötchengeber arbeiten mehr als 100 Personen (im Gewerbegebiet insgesamt noch deutlich mehr), von denen fast alle mit Autos, Fahrrädern, Mopeds zur Arbeit kommen. Und warum? Weil es keine echten Alternativen gibt. Zugegeben, selbst dann würde vllt. nur ein Drittel diese nutzen. Aber ich höre vor allem davon, dass die Anbindung die letzten Jahre immer schlechter geworden ist. Angesichts der Preisentwicklung an der Tankstelle nicht gerade ein Standortvorteil und keine Werbung für den ÖPNV.

[1. Update]Der Bus am 17.05. kam bis zur Abfahrt des 893er gar nicht, dieser verkehrt zur Minute 54 nach Hohenschönhausen.[/Update]
[2. Update]Der Bus am 18.05. kam pünktlich![/Update]

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